the lautreamonts & traashboo | waldmeister | 24.09.2019

ein abend der kurzen wege. der kurzen wege ins waldmeister, um genau zu sein. die beschreibung klingt interessant, da schaue ich gerne mal vorbei. es ist ziemlich leer, aber immerhin treffe ich genug menschen, um die zeit bis zum reichlich spät angesetzten beginn mit netter plauderei und kurzfristiger übernahme der tür zu überbrücken. den späten anfang macht traashboo, ein exilösterreicher und ehemaliger (?) sozialarbeiter, den es nach leipzig verschlagen hat, mit einer... ähmm... ja, was eigentlich? ich nenne es mal vorsichtig hip hop-performance. er rappt zu selbstgemachten noisigen beats aus der dose, macht zwischendurch nette und lustige ansagen und turnt sich dabei sehr agil durchs waldmeister: auf dem kopf stehend, auf einem stapel bierkästen balancierend, kopfüber vom balkon hängend... allein in sportlicher hinsicht sehr beeindruckend. zum letzten song erklärt er, dass er gerne stagediven würde und wir jetzt ca. drei minuten fürs teambuilding (sozialarbeiter!) hätten, und ihn dann bitteschön auffangen sollten. und das funktioniert! wo ich sonst das weite suche (soll die trottel doch auffangen wer will, ich jedenfalls nicht!) reihe ich mich brav ins kollektiv ein und halte sozialarbeiter andi in der luft. extrem gute und sympathische show! auch in der pause entpuppt er sich als netter und sehr freundlicher gesprächspartner - von sozialarbeiter zu sozialarbeiter sozusagen.
auch anschließend geht es ungewöhnlich weiter. vor allem aber dunkel und nebelig. sehr dunkel und sehr neblig sogar. was das duo mit dem unaussprechlichen und schwer zu schreibenden namen auf der bühne eigentlich treibt, ist durch den dichten nebel bestenfalls zu erahnen. bisweilen ist der nebel so dicht, dass selbst die hinter der bühne laufende videoprojektion nicht mehr zu erkennen ist. bei diesen lichtverhältnissen kommt sogar i. mit seiner superkamera an seine grenzen. nur wenn die eigens mitgebrachten blauen strahler kurz aufzucken, sieht man den schlagzeuger auf die drumpads hämmern, während die sängerin von zeit zu zeit irgendetwas mit einem... nunja... schwarzen kasten macht. was genau erschließt sich (mir) nicht so richtig. eine direkte verbindung zur musik kann ich dabei jedenfalls nicht erkennen. ach ja, die musik. ambientartige düstere soundteppiche mit handgetrommeltem beat und drüber gehauchtem gesang. darkwave nennt man das, glaube ich, und das triffts irgendwie auch. eine spur industrial erkenne ich auch. bekifft auf dem sofa würde das sicher eine zeit lang gut funktionieren. live verliert es leider ziemlich schnell seinen reiz, so dass ich mich kurzentschlossen dem stillen teilhaber anschließe als er den heimweg antritt.