deadite & graveyardboys | freak show | 04.10.2019

manchmal mag ich dieses horrorpunkzeugs ja wirklich gerne. dunkel geschminkte augen, dick aufgetragene theatralik, alle bands klingen irgendwie wie die großen vorbilder misfits, danzig usw. - das ist schon ok. und wo könnte das besser funktionieren als in der freak show (ohnehin: lieblingskaschemme)? leider funktionieren die graveyardboys so ziemlich gar nicht. mit punk hat das nix zu tun, was die da abliefern. horrorhardrock würde passen. das ist lahm und fasst mich keine sekunde an. selbst in den besseren momenten nicht halb so gut wie die oben erwähnten originale in ihren schlechtesten. // das schlimmste aber: kunstblut! sie haben sich vor ihrem auftritt rote farbe auf kopf, gesicht und arme geschmiert und sehen aus wie in einem schlechten zombiefilm. auweia, das ist schlimm! wen wollen die denn damit erschrecken? fünfjährige? wenn man seine musik schon mit dem attribut ‚horror‘ belegt, sollte man auch den mumm haben, die leute ernsthaft zu schockieren. ein bisschen körpereinsatz. haken, nadeln, bodyplay, so was in der richtung! die freaks im kitkat können das ja auch. eine show, die weh tut. sonsts sollte mans lieber lassen. nach 25 jahren im bodmoduniversum kann man mich mit so ner lahmen performance jedenfalls nicht begeistern. // leider muss man diesen vorwurf auch den folgenden deadite aus belgien machen. auch die kommen mit roter farbe im gesicht auf die bühne. eieieiei... allerdings sind die musikalisch um längen besser als die vorgänger und da sehe ich über manche peinlichkeit hinweg. mit ihrem flott runtergeschrubbten horrorpunknroll können sie mich schon mitnehmen. überwiegend gut ist das. am besten finde ich sie, wenn sie ein bisschen das tempo rausnehmen und grooviger werden. doch, ja, sehr in ordnung. // eher sonderbar dann folgende begebenheit: die band sagt zwischen zwei songs, sie habe gehört, ein frisch verheiratetes paar sei heute anwesend. nach ein bisschen gejohle schiebt sich ein mittelaltes pärchen im gothicoutfit nach vorne, klettert auf die bank und und schaut sich erwartungsvoll um. und nun? wohl um irgendetwas angemessenes zu tun, brüllt der frisch gebackene bräutigam plötzlich ein doch ziemlich überraschendes ‚oi! oi! oi!‘ in richtung bühne. der sänger guckt für einen moment leicht irritiert, reicht ihm dann brav die hand, gratuliert und die beiden trollen sich wieder in die hinteren reihen. wirklich erstaunlich, zu was menschen sich hinreißen lassen. die zugabe lasse ich aus.