the cavemen & filthtones | sonic ballroom | 08.10.2019

am sonntag lasse ich die cavemen mit rücksicht auf die lohnarbeiterexistenz schweren herzens sausen. am montag ärgere ich mich darüber und am dienstag entschließe ich mich, mir die vier verzottelten neuseeländer im ballroom anzusehen. die letzten auftritte in der freak show waren fantastisch und es wäre wirklich schade, sie in diesem jahr nicht zu sehen. und es geht direkt gut los, denn auch die vorband ist eine gute wahl! die filthtones spielen trashig-minimalistischen rock‘n‘roll der marke cramps und dass sie ein lied von denen covern, ist nur folgerichtig. auch andere lieder habe ich im verdacht, coverversionen zu sein, kann die originale aber nicht zuordnen. egal. der auftritt ist top und hat genau die richtige länge. lakonische dialoge zwischen den beiden (wtf is going on? - keine ahnung!) runden das ganze sehr charment ab. // was die cavemen dann abliefern ist wieder der hammer. überwiegend in höchstgeschwindigkeit gespielter lo-fi bis no-fi-rock‘n‘roll, der genau so ist, wie es sich gehört: dreckig, räudig und kaputt. nach dem zweiten lied hat der sänger schon den oberkörper frei und gibt alles. er tobt über die bühne, er tobt durchs publikum und seine grimassen machen seinem ‚cretin‘-tattoo alle ehre. auch die anderen musiker lassen sich nicht lumpen. es wird gesprungen, es werden köpfe geschüttelt, es werden fäuste und instrumente in die luft gereckt. die band hat jedenfalls keine angst vor großen posen - und ist dabei kein bisschen peinlich. fan-tas-tisch! // geradezu stoisch agiert dagegen der schlagzeuger. er sitzt zurückgenommen hinter seinen gerätschaften und macht den eindruck, als gehe ihn das alles nur entfernt etwas an. erstaunlich ist, dass er es trotzdem schafft, die bassdrum umzutrommeln. kurze pause, dann prügeln sich die vier weiter durch das set. kein song ist länger als einsdreissig. dass es thematisch vor allem um sex & drugs & drugs & drugs & rock‘n‘roll geht, versteht sich von selbst. zwei zugaben werden gefordert, zwei zugaben werden gespielt. schade nur, dass der ballroom nur mäßig gefüllt ist. die cavemen hätten ein ausverkauftes haus verdient. immer und überall.