fontaines d.c. & the altered hours | kantine | 04.11.2019

nach einem gelungenen wochenende ist die fallhöhe tief. das gilt nicht nur für die montägliche wiedereinfuhr in die lohnarbeitshölle, sondern erst recht für das abends angesetzte konzert der fontaines d.c.. dabei waren die voraussetzungen nicht einmal schlecht: das im frühjahr erschienene debutalbum - ein tipp vom namensvetter s. aus b. - fand ich mit seinen bezügen zu den idles, the fall und so ziemlich gut. nein, sehr gut sogar. davon ist der abend allerdings meilenweit entfernt. die ebenfalls aus dublin stammende vorband the altered hours finde ich zunächst gar nicht schlecht. unaufregender, aber solider, nunja, indierock mit viel gefrickel, der mich sogar zu mehr als nur wohlwollendem kopfnicken animiert. // nach ausgedehnter pause kommen dann die fontaines auf die bühne. wo es auf der platte direkt gut losgeht, ist live erstaunlich wenig wumms dahinter. selbst das beste lied der platte kommt als opener sehr zurückgenommen, geradezu gemächlich und irgendwie verschwommen daher. auf platte ist das deutlich druckvoller. zuerst denke ich, das sei eine irgendwie umarrangierte livevariante, aber das bleibt so. hinzu kommt ein grauenhafter sound. das ist alles eine merkwürdig undifferenzierte matsche. brutal laut noch dazu. vor allem die langsameren stücke gehen vollkommen in hall, overdrive oder was weiß ich für effekten unter. ob es an der band liegt oder an der technik oder an der akkustik der halle kann ich nicht beurteilen, aber so kann das unmöglich gewollt sein. falls doch, ists jedenfalls scheiße. dies animiert zu gar nix - außer vielleicht zu zornigen augenbrauen. nach einiger zeit reicht es mir und ich verziehe mich nach hinten. da ist der sound ein bisschen besser. aber da ist auch der ausgang - und den nehme ich kurz darauf auch. das war selbst für einen montag kacke. und vom nervpotenzial einer bummsvollen, weil ausverkauften kantine habe ich noch nicht mal gesprochen.