the murder capital | artheater | 14.11.2019

the murder capital sind wie die fontaines d.c. letzthin ein tipp von s. wie diese stammen sie aus dublin und werden gegenwärtig hoch gehandelt. ich bin gespannt. die platte ist auf jeden fall sehr viel versprechend. seit langem auch mal wieder ein konzertbesuch mit olram. da ist die freude groß. während er sich in wuppertal ins bullshitmobil faltet, inspiziert er den innenraum. „sieht genau so zugemüllt aus wie der letzte wagen“, lautet der befund. ich bin unsicher, ob er das tadelnd oder als kompliment meint. egal. auf jeden fall ists eine lustige fahrt in richtung ehrenfeld. // das mir bis dahin unbekannte artheater entpuppt sich als sehr okayer laden. nicht zu groß, ganz gute sicht und vor allem angemessen dunkel wenn die bands spielen. wir kommen zu den letzten stücken der vorband, die aus köln kommt und deren gitarrist lukas heißt. ihren namen habe ich leider nicht verstehen können. aber wie lukas selbst sagte: google it. // zu the murder capital wird es dann dunkel. und damit meine ich nicht nur das licht. der sound ist düster, verzweifelt. das reduzierte gitarrengefiepe und der dunkel brummende bass erzeugen eine angenehm beklemmende atmosphäre. das ist definitiv keine musik, zu der man/frau hand in hand über eine blumenwiese hüpft. das tourmotto ‚when i have fears’ trifft die stimmung auf jedem fall gut. trotzdem ist das ganze kein bisschen weinerlich, sondern hat ziemlich wucht. sehr, sehr gut ist das! dazu ist die bühne äußerst sparsam beleuchtet. die band ist nur schemenhaft zu erkennen. zwischendurch zucken strobos und einzelne blaue und rote strahler. das ist spooky und verstärkt die gänsehautstimmung. was immer auch mit dem irgendwo gelesenen label art-punk gemeint sein soll, der joy division-verweis liegt auf der hand. in der zweiten hälfte werden die stücke dynamischer. die ruhigen soundflächen werden von eruptiven, krachigeren passagen unterbrochen. es wird moderat gehüpft und gesprungen. beim letzten lied begibt sich der sänger selbst ins publikum und lässt sich ein wenig herumtragen. naja. an ein paar stellen ist mir die show ein bisschen zu aufgesetzt. während des auftritts eine zigarette zu rauchen oder zum schluss das mikrofon zu zerdeppern (oder so zu tun), müsste von mir aus jedenfalls nicht sein. das wirkt schon sehr wie schauspielschule. aber das ist klagen auf hohem niveau. es war (trotzdem) ein toller auftritt.