i am the fly & dr. dreck & stiller teilhaber | waldmeister | 15.11.2019

das dritte konzert am dritten tag in folge und es spielen drei bands. rein rechnerisch ergibt das neun gute gründe, den abend im waldmeister zu verbringen. der zehnte wäre: ich habe zugesagt, mich um catering, theke und besen zu kümmern. und das tue ich auch. obwohl die bandauswahl auf den ersten blick nach einer ziemlich wilden mischung aussieht, finde ich den abend erstaunlich stimmig - und gut noch dazu. aber der reihe nach. // den stillen teilhaber sehe und höre ich zunächst nur aus der schießscharte hinter der theke. aber was ich sehe und höre, finde ich wie immer prima. ein reines akkustikset mit scharf klingender gitarre, böse-lustigen texten und angenehm punkiger attitüde. da sich die songs zwischendurch immer wieder in lärmig verzerrten passagen verlieren, stellt sich ein reinhard mey-feeling nicht ansatzweise ein. ein guter auftakt! // dr. dreck steht dann ebenfalls alleine auf der bühne, hat aber einen koffer mit allerhand gerätschaften und instrumenten dabei. und die nutzt er auch. das ganze funktioniert ungefähr so: den anfang macht ein drumbeat aus der konserve, auf den legt der dr. einen basslauf, schichtet noch eine spur keybord oder xylofon oder sonstige geräusche (spielzeugpistole, glöckchen...) drauf und lässt das ganze dann im loop zu einem dichten, irgendwie psychedelisch anmutenden sound verwabern. darüber rappt/singt er auf deutsch über lohnarbeit, äpfel, salat und dies und das. ein lied wird ohne jede begleitung, nur mit hall auf der stimme gesungen. das ist sehr sympathisch, sehr super und funktioniert wirklich ausgezeichnet. // zum schluss verdoppelt sich mit i am the fly schlagartig die anzahl der musiker*innen auf der bühne. die beiden mit den fliegenmasken auf dem kopp spielen hämmernden elektropunk, der ziemlich nach den 80er jahren klingt. sehr minimalistisch, sehr treibend, sehr gut! nach 35 minuten ist mangels repertoire leider schon schluss. wir dürfen uns wünschen, welches lied wir noch einmal hören wollen, dann ist endgültig feierabend. leider sind zu diesem zeitpunkt nicht mehr allzu viele zuschauer*innen im raum. das ist schade, ein paar menschen mehr hätten (nicht nur) die beiden verdient gehabt. aber allen anwesenden hats wohl gut gefallen. insgesamt wars ein runder abend. bei allen musikalischen unterschieden hatten die acts eines gemeinsam: ecken und kanten, ein irgendwie punkiges grundverständnis und sichtbar bock auf das, was sie machen.