the devils | sonic ballroom | 23.11.2019

nach einer krankheitsbedingten zwangspause am mittwoch (opfer: black lips) will ich am samstag zu den devils in den ballroom. aus dem letzten jahr habe ich den krachigen trash-rock‘n‘roll des duos sehr gut in erinnerung und auch das bühnenoutfit der beiden (nonne und priester im fancy lackkostüm) fand ich seiner zeit ganz stimmig, meine ich. vorab verbringe ich angenehme stunden mit netter begleitung in wuppertal, so dass ich zwar in ziemlich aufgeräumter stimmung, aber auch erst auf den letzten drücker losfahre. halbzehn, eigentlich bin ich schon zu spät. die vorband kann ich mit sicherheit knicken und selbst für die devils könnte es knapp werden. andererseits bin ich viel zu an, zu fest entschlossen, den abend noch nicht enden zu lassen, als dass ich jetzt nicht nach köln fahren könnte. also los, drücke ich halt ein bisschen auf die tube. // aber so einfach ist es nicht. obwohl ich unzählige male im ballroom war, schaffe ich es dieses mal tatsächlich, mich dank der riesigen fickbaustelle kurz vor dem ziel zu verfahren. mein immer währendes köln-trauma: einmal versehentlich falsch abbiegen und schon findest du dich orientierungslos auf der falschen rheinseite wieder. so arg ists dieses mal zwar nicht, aber trotzdem kurve ich geschlagene 20 minuten durch die gegend und muss schließlich sogar mein telefon um hilfe bitten. was für ein elend! wider erwarten schaffe ich es aber doch, nicht erst zum ende der zweiten zugabe, sondern noch rechtzeitig vor ort zu sein. auch im ballroom sind sie heute offenbar spät dran. ich bin gerade noch dabei, mich zu verarzten, als teufels die bühne betreten. das timing stimmt jedenfalls. // mehr aber auch nicht. was mich beim letzten mal ziemlich begeistert hat, macht mich heute keine sekunde lang an. langweilig. uninspirierend. vorhersehbar. das kickt mich aber mal so gar nicht. noch schlimmer: das geschrei passt definitiv nicht zu meiner mittlerweile doch reichlich wattigen verfassung. schon nach ein paar liedern verliere ich den spaß. so hat das keinen zweck und wenn ich mir das noch länger gebe, droht ernsthaft schlechte laune. das wäre schade, denn trotz allem bin ich in ziemlich gelöster stimmung und das darf von mir aus gerne auch so bleiben. ich tue also, was zu tun ist und gehe meiner wege. // auf der rückfahrt versetzen mich dann die brüllend laut aufgedrehten lungfish wieder einmal komplett in andere sphären. der hypnotische sound trifft exakt ins schwarze und nimmt mich extrem gut mit. fantastisch! den kurz aufblitzenden gedanken, auf verdacht noch mal im waldi vorbei zu schauen, verwerfe ich. besser wirds heute nicht mehr und der typ, der mich da mit schiefer krawatte und irrem blick im rückspiegel anstarrt, macht ohnehin einen ziemlich derangierten eindruck. ich beschließe, es für heute gut sein zu lassen.