viele bäume - ein waldmeister-festival | waldmeister | 29.11.2019

nach einer harten woche heißt es: endlich wochenende! endlich waldmeister! dort stehen nicht weniger als sieben bands auf dem programm. dazu gibt es glühwein, crepes, vegane snacks und allerlei anderes... der anlass ist allerdings weniger erfreulich. hintergrund der ganzen veranstaltung ist die merkwürdige gebührenpraxis der gema, die dem waldmeister ein dickes loch im budget beschert hat. ein soli-festival in eigener sache also. das heißt konkret: auch vereinsmitglieder werden um eine spende gebeten und getränke kosten ausnahmsweise 2 euro (was im vergleich zu kommerziellen läden ja immer noch sensationell billig ist). // als ich ankomme, übernehme ich ne frühe schicht hinter der theke. geplant war es eigentlich später, aber was solls?! im grunde bin ich sogar ganz dankbar, denn heute ist es angesichts des vollen hauses vergleichsweise stressig und die neuen getränkepreise überfordern mich auch ein wenig. kopfrechnen ist gefragt... wie ging das denn gleich noch mal? spaß machts trotzdem. doof ist nur, dass ich von den ersten bands  - egg pack und the german potatoes - kaum etwas mitkriege. // anschließend kann ich aber tun, was zu tun ist und das ist: herumlaufen, bier trinken, plaudern, immer mal wieder bei den bands vorbei sehen, kiffen. zwar sehe ich keine band komplett, aber das stört nicht weiter. zu beginn gibts nach längerer pause mal wieder die joseph boys. die singenden zahnärzte aus düsseldorf sind aufgeräumter stimmung und gefallen mir äußerst gut - wie meistens eigentlich. trotz einer gewissen voreingenommeheit bleibe ich dabei: aktuell eine der interessantesten deutschsprachigen bands. // danach dann die waldmeister-hausband lyschko, die ich heute tatsächlich zum ersten mal sehe. irgendwie sphärisch klingender post-punk (?), der mir ziemlich gut gefällt und der gerade wenns ein wenig trippy klingt, stark ist. den (vornehmlich jungen) leuten im publikum gefällts auch ziemlich gut. in den etwas krachigeren passagen wird sogar ein wenig gehüpft. // für einen wochenlangen sprung im selbstbild sorgt dann r.s freche pausenbemerkung "du bist echt ein ganz schön schräger vogel". immerhin ist ER der schrägste vogel, den ich kenne und aus diesem mund sollte mir das urteil vielleicht etwas zu denken geben. ich muss n. unbedingt mal fragen, was er zu hause so über mich erzählt. // zum abschluss geht es dann mit oiro wieder etwas deftiger zur sache. zuvor stellen jenz bumper und jonny bauer ihr frisch erschienenes buch ‚shanghai schaschlik’ der öffentlichkeit vor. ich bin mal gespannt, denn immerhin bin ich amtlich dokumentiert der besitzer des ersten verkauften exemplares. vielleicht gibts bei gelegenheit an dieser stelle eine kleine würdigung. mal sehen. // es folgt ein gefühlt ziemlich kurzer, aber auch ziemlich guter auftritt der düsseldorfer mit launigen ansagen und ganz knalligem sound. ein guter abschluss des abends. auch wenn ich nicht alle bands gesehen habe: insgesamt war das schon ein schöner start ins wochenende.