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mono inc. | westfalenpark | 09.07.2021

erst eine nicht ende wollende durststrecke, jetzt schon das zweite konzert innerhalb von sechs tagen. unfassbar - wo soll das noch enden?! dank und mit j. (<3) geht es via gästeliste zu mono inc. zu den juicy beats sessions in den dortmunder westfalenpark. und ebenfalls dank j. kenne ich überhaupt erst die band. bis vor wenigen monaten war mir nicht mal der name geläufig, aber das ist ja bekanntlich noch nie ein hindernis für einen konzertbesuch gewesen, und wenn die erwartungen nicht hoch sind, können sie auch nicht enttäuscht werden. allerdings kann von enttäuschung in diesem fall ohnehin nicht die rede sein, denn: schön wars! // am anfang steht allerdings erst ein mal warten. genau genommen sogar zwei mal. eine schlange vorm eingang zum westfalenpark, eine weitere dann beim zugang zum konzertgelände selbst. noch brav die kontaktdaten eingetragen, hinein gehts. das areal macht auf den ersten blick einen ziemlich überdimensionierten eindruck und dieser bewahrheitet sich dann auch schnell. von den rund 1000 plätzen ist selbst kurz vor beginn allenfalls ein drittel gefüllt und ganz kann mono inc.-gitarrist kalle die enttäuschung beim vorab-plausch auch nicht verbergen. es sind definitiv keine guten zeiten für live-musik. bis zum beginn ist noch ein bisschen zeit und die überbrücken wir in der vergleichsweise komfortablen (aber außer uns leeren) 'red lounge'. ganz nebenbei entdecke vodka mate als sehr okayes unterhaltungsgetränk und bleibe den abend über dabei (nachtrag vom nachtag: aua!). // pünktlich zur prime time gehts los. gespielt wird… tja nun, was eigentlich? ich nenne es mal provisorisch: ziemlich mainstreamiger gothikrock, wobei das label mainstream an dieser stelle eher beschreibend (immerhin war die band mit dem letzten - ? - album auf platz 1 der album-charts) als tadelnd gemeint ist. tatsächlich gefällt mir das ganze ausgesprochen gut und wie schon in der letzten woche finde ich es wirklich schade, dass durch die hygieneregeln im grunde jede stimmung im keim erstickt wird. zu den eher absurden seiten des (ansonsten unbestreitbar notwendigen) corona-reglements gehört sicher die tatsache, dass im sitzen die masken abgenommen werden dürfen, sie aber aufgesetzt werden müssen, sobald jemand vor den stühlen steht und nur mit dem arsch wackelt. als ob das ernsthaft einen unterschied machen würde! die band ist auch nicht gerade begeistert, aber naja, alle machen das beste draus und die umsitzenden sind mitsingenderweise jedenfalls erkennbar angetan. // soweit ich das mit meiner beschränkten kenntnis des band-oeuvres beurteilen kann, werden auf der 'we are the raven'-tour songs verschiedener platten und schaffensphasen gespielt, was mir als quereinsteiger im grunde sehr entgegen kommt. launige ansagen, flinke kostümwechsel und der gastauftritt von einem akkordeon spielenden menschen im seppl-outfit sorgen für die nötige abwechselung. beim tributesong für eine kürzlich verunglückte freundin der band wirds sogar für einen moment emotional. sichtlich irritiert sind die security-menschen als der sänger gegen ende von der bühne klettert und high fivend durchs publik rennt. dieses szenario war im briefing ganz offenkundig nicht vorgesehen. // immerhin: bei den zugaben und insbesondere beim hit 'children of the night' steht dann tatsächlich der größte teil des publikums, ooohoooot kräftig mit und es kommt (fast) richtige konzertstimmung auf. doch, ja, insgesamt wirklich eine gute und runde sache. abzüge gibts für die beiden deutschsprachigen songs und die dann doch sehr, sehr mainstreamig daherkommende mitklatschanimation. zum abschluss gibts noch ein wenig plauschen mit dem wirklich netten kalle, eine einladung zum konzert in gladbach (vielen dank!) und die erkenntnis, das mainstream nicht per se des teufels sein muss.