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the die die darlings | sonic ballroom | 11.07.2021

was ist besser als ein kleiner glimmer am sonntagnachmittag? richtig, ein kleiner glimmer mit musikalischer untermalung! die gibt es von den the die die darlings und die war gut. zum ersten mal seit, klar, vielen monaten geht es in den sonic ballroom, wo seit ein paar wochen wieder biergartenkonzerte stattfinden. ohne kenntnis der band, aber mit der optimistischen vermutung, dass die darlings schon irgendwas horrorpunkiges im programm haben werden, haben j. und ich uns direkt mal zwei plätze reserviert. so weit so gut. // der erste horror dann schon bei der anfahrt. dort wo früher mal mit dem underground ein anderer schöner ort der ungepflegten abendunterhaltung stand, tut sich jetzt eine grauenhafte großbaustelle auf. dieser horror erreicht stellen, wo horrorpunk gar nicht hin kommt! ich bin so schockiert, dass ich das bullshitmobil direkt mal in die falsche straße lenke. hätte ich auch nicht gedacht, dass mir das nach ca. 1.247.358 besuchen im ballroom einmal passiert. // der nächste horror stellt sich beim anblick der band ein. perücken, kleidchen, dicke schminke im gesicht… ich befürchte schlimmsten klaumauk. herr im himmel, reicht den kölner:innen nicht einmal im jahr karneval? aber das innerliche augenrollen erweist sich dann doch als unbegründet, denn das ganze kommt ziemlich charmant und unterhaltsam daher und passt hervorragend zur gewählten mischung aus jever und kettenfett. // die die die darlings sind (wer hätte das gedacht?!) große fans der misfits und covern folgerichtig (fast?) ausschließlich songs der namensgebenden originale. für einen sonntagnachmittg angemessen mit angezogener lautstärkehandbremse und akkustikgitarre werden so ziemlich alle hits der misfits präsentiert. zum teil recht nah am original, zum teil ein bisschen countryesk und surfig daherkommend, aber durchgängig gut und versiert. zwischendurch gibts launige ansagen des sängers, der erkennbar spaß hat, auch sonst ziemlich agil performt und sich nicht einmal scheut, öffentlich seinen brustpelz zu präsentieren. dank langen mikrokabels unternimmt er zwischendurch ein paar ausflüge ins publikum, was naturgemäß viel lustiger ist, wenn er andere als mich mit dem mikrofon unter der nase heimsucht, aber naja... uns gefällts, den anderen gefällts auch und zum schluss improvisiert die lustige truppe noch ein, zwei spontane songs. gute sache, das, und von mir aus könnte ruhig jeder sonntagnachmittag so verlaufen.